Seine Bilder sind farbgewaltig, kraftvoll und voller Dynamik. Das Werk von Ernst Wilhelm Nay (1902 – 1968) ist jetzt in einer Retrospektive in der Kunsthalle mit rund 120 Gemälden, Zeichnungen und Aquarellen dargestellt – sehr umfangreich und durch alle Lebensphasen. Nicht jedem ist geläufig, dass Nay als einer der wichtigsten Maler des 20. Jahrhunderts gilt. Ein guter Grund, den Künstler mit dieser imposanten Ausstellung zu würdigen. Direktor Alexander Klar bringt es beim Pressetermin auf den Punkt: „Nay ist unbekannt auf hohem Niveau.“

Ausstellungsmotiv: Ernst Wilhelm Nay, Paar mit Schmetterlingen, (1939) Sammlung Alexejew-Brandl

E. W. Nay und die Stadt Hamburg

Überraschend ist, dass der in Berlin geborene Nay der Stadt Hamburg und den Direktoren der Kunsthalle eng verbunden war –  obwohl er in der Hansestadt nicht längere Zeit gelebt hat. Die Kunsthalle hat schon früh seine Werke erworben und ausgestellt. Im Jahr 1955 erhielt Nay den Lichtwark-Preis der Freien und Hansestadt Hamburg. Und im Jahr 1953 unterrichtete der Künstler als Gastdozent an der Landeskunstschule (die heutige HFBK).

Ernst Wilhelm Nay, Fischer in der Brandung (1937)
Ernst Wilhelm Nay: Akkord in Rot und Blau (1958)
Foto: Barbara Deller-Leppert: E. W. Nay bei der Arbeit (1964)

Die Kuratorin Dr. Karin Schick würdigt Nay mit großer Wertschätzung: „Es geht Nay um das Verstehen, wie die Kunst zum Menschen spricht, um den Menschen, um das Sein an sich.“ Er werde bei Wikipedia zwar als Nachkriegskünstler geführt, tatsächlich sei Nay schon vor dem Krieg erfolgreich gewesen. Danach begann seine internationale Karriere.

Auf den Knien im Atelier

Der Künstler hatte eine  von ihm entwickelte, spezielle Arbeitsweise, nämlich kniend auf dem Boden zu malen. Das hat ihm ermöglicht, seine  vielen Bilder mit dem Motiv der Scheiben und Kreise zu malen. Wie der Stiefsohn Aurel Scheibler während der Pressevorführung hervor hob: „Nay konnte so den Schwung aus dem ganzen Körper holen, und nicht etwa nur aus dem Handgelenk malen.“ Und zur politischen Haltung des Malers fügte er an: „Nay war im Grunde konservativ, stand aber den Ideen der 68er nahe.“

Ernst Wilhelm Nay, Astral (1964) Foto: Ernst Wilhelm Nay Stiftung

„Ich lebe das Abenteuer der weißen Leinwand.“

– Ernst Wilhelm Nay (1953)

 

Kunsthalle Hamburg

ERNST WILHELM NAY / Retrospektive

Der Link zu weiteren Informationen der Hamburger Kunsthalle:

https://www.hamburger-kunsthalle.de/presse/ausstellungen/aktuell

Link zur Ernst Wilhelm Nay Stiftung in Köln:

https://www.ewnay.de/

Link zum Podcast von Hamburg Arts – Die Joseph-BEUYS Story

https://podcasts.apple.com/de/podcast/hamburg-arts/id1565731039

Autor: Kay Dethlefs